
Speicherplatz ist die am wenigsten wichtige Zahl beim Vergleich von Gratistarifen.
Kostenlos klingt gut und ist es oft auch. Aber kostenloser Speicherplatz ist nicht alles dasselbe, und wer nicht genau hinschaut, zahlt am Ende doch: mit Daten, mit Werbung oder mit dem Ärger, wenn der Speicher voll ist und die Fotos plötzlich nicht mehr hochgeladen werden.
Hier ist, worauf es ankommt.
Wie sich kostenlos finanziert
Server, Bandbreite und Wartung kosten Geld. Wenn Sie nichts zahlen, zahlt jemand anders, und die Frage ist wer.
Bei manchen Anbietern ist der Gratistarif ein Schaufenster für die Bezahlversion: begrenzt, aber ehrlich, finanziert durch die Kunden, die upgraden. Bei anderen finanziert sich der Gratistarif durch die Auswertung dessen, was Sie hochladen, oder durch Werbung, die aus Ihrem Nutzungsverhalten gespeist wird.
Der Unterschied steht selten auf der Startseite. Er steht in der Datenschutzerklärung, und dort lohnt sich ein Blick auf zwei Fragen: Kann der Anbieter meine Dateien lesen? Und was darf er mit dem tun, was er dabei erfährt?
Was Gratistarife gut können
Für einen konkreten Zweck reicht der kostenlose Speicher fast immer.
Wichtige Dokumente sichern. Ausweiskopien, Verträge, Zeugnisse, Versicherungsunterlagen: das sind wenige Megabyte. Ein Gratistarif reicht dafür jahrelang.
Dateien zwischen Geräten austauschen. Handy, Laptop, Tablet. Wer nicht ständig Kabel sucht oder sich Dateien selbst per Mail schickt, spart Zeit.
Große Dateien teilen. Ein Link statt eines Anhangs, der die Mailbox des Empfängers sprengt.
Ein Cloud Speicher kostenlos mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung deckt genau diese drei Fälle ab, und zwar so, dass der Anbieter die Inhalte nicht lesen kann. Für Dokumente ist das der entscheidende Punkt, wichtiger als jedes zusätzliche Gigabyte.
Wofür kostenlos nicht reicht
Ehrlicherweise gibt es Grenzen, und man sollte sie vorher kennen.
Die gesamte Fotosammlung. Wer zehn Jahre Handyfotos sichern will, stößt bei jedem Gratistarif an die Grenze. Das ist ein Bezahlfall, oder ein Fall für eine externe Festplatte zusätzlich.
Videos. Ein paar Minuten Video wiegen so viel wie tausend Dokumente.
Als einzige Kopie. Ein Gratiskonto ist ein zweiter Ort, kein Ersatz für den ersten. Wer alles in die Cloud schiebt und lokal löscht, hat wieder nur eine Kopie.
Worauf Sie beim Vergleich achten sollten
Die Verbraucherzentrale veröffentlicht regelmäßig Hinweise zu Cloud-Diensten für Privatnutzer. Die Punkte, die dort immer wieder auftauchen:
- Wo stehen die Server, und welches Recht gilt dort?
- Ist die Verschlüsselung Ende-zu-Ende, oder kann der Anbieter Inhalte einsehen?
- Was passiert mit den Daten, wenn das Konto gekündigt wird?
- Gibt es Zwei-Faktor-Authentisierung?
- Wie leicht kommen Sie an Ihre Daten wieder heran, wenn Sie wechseln wollen?
Speicherplatz steht bewusst nicht auf dieser Liste. Er ist die am wenigsten wichtige Zahl.
Der praktische Rat
Wählen Sie den Gratistarif nach dem Anbieter, nicht nach den Gigabyte. Legen Sie die Dokumente ab, die Sie nicht verlieren dürfen. Aktivieren Sie den zweiten Faktor. Und behalten Sie eine zweite Kopie, wenn es wirklich wichtig ist.
Kostenlos ist dann genau das, was es sein sollte: ein guter Anfang, der nichts kostet, auch nicht Ihre Daten.

