Mehr Netto ohne teure Gehaltsrunde: Wie Arbeitgeber mit Sachbezügen punkten

Redaktion
5 Min Read

Im Wettbewerb um gute Mitarbeitende greifen viele Unternehmen reflexartig zur Gehaltserhöhung. Doch die ist teuer und kommt bei den Beschäftigten nur zum Teil an. Clevere Arbeitgeber setzen deshalb zunehmend auf steuerfreie Sachbezüge, die das verfügbare Einkommen spürbar erhöhen, ohne die Personalkosten in die Höhe zu treiben. Einer der wirkungsvollsten Ansätze knüpft dabei an einem Thema an, das jede und jeden betrifft: das Tanken.

Das Problem mit der klassischen Gehaltserhöhung

Eine Bruttolohnerhöhung klingt großzügig, verliert aber auf dem Weg zum Konto viel von ihrer Wirkung. Steuern und Sozialabgaben schmälern den Betrag erheblich, sodass von einem zusätzlichen Euro brutto oft nur die Hälfte netto übrig bleibt. Gleichzeitig zahlt der Arbeitgeber auf den vollen Bruttobetrag noch seinen Anteil an den Sozialabgaben. Unterm Strich ist das ein teures Instrument mit begrenztem Effekt. Damit bei den Mitarbeitenden spürbar mehr ankommt, muss der Betrieb also überproportional viel investieren, was gerade kleineren und mittleren Unternehmen schwerfällt.

Für die Beschäftigten fühlt sich eine solche Erhöhung im Alltag daher selten so an, wie sie auf dem Papier aussieht. Und der psychologische Effekt verpufft schnell, weil der kleine Zugewinn im laufenden Gehalt kaum auffällt. Schon nach wenigen Monaten gilt die Erhöhung als selbstverständlich, und die erhoffte Wirkung auf Motivation und Bindung bleibt aus.

Die Mitarbeiter-Tankkarte in der Praxis

Umsetzen lässt sich dieses Modell besonders einfach mit einer speziellen Tankkarte für Beschäftigte. Mit der mitarbeiter tankkarte stellt der Arbeitgeber den steuerfreien Betrag bequem als monatliches Tankguthaben bereit. Die Mitarbeitenden tanken an den akzeptierten Stationen, ohne in Vorleistung zu gehen, während das Unternehmen eine zentrale, saubere Abrechnung erhält.

Der administrative Aufwand bleibt dabei gering, denn es müssen keine einzelnen Belege eingesammelt oder geprüft werden. Das Modell lässt sich in der Regel unkompliziert einführen und in die bestehende Lohnabrechnung integrieren. Für das Unternehmen entsteht so ein Benefit, der sich fast von selbst verwaltet und dennoch Monat für Monat sichtbar wirkt. Und genau diese Sichtbarkeit ist ein unterschätzter Faktor: Jeder Tankvorgang erinnert die Beschäftigten daran, dass ihr Arbeitgeber mitdenkt. Während eine einmalige Prämie schnell vergessen ist, wiederholt sich dieser positive Eindruck Monat für Monat und verankert sich so im Bewusstsein des Teams.

Sachbezüge: der cleverere Weg

Deutlich effizienter sind steuerfreie Sachbezüge, weil sie das eingesetzte Geld nahezu vollständig bei den Mitarbeitenden ankommen lassen.

Die 50-Euro-Freigrenze nutzen

Der Gesetzgeber erlaubt es Arbeitgebern, ihren Beschäftigten monatlich bis zu 50 Euro als steuer- und sozialabgabenfreien Sachbezug zu gewähren, wenn die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind. Anders als bei der Gehaltserhöhung entstehen hier weder für den Arbeitgeber noch für die Mitarbeitenden zusätzliche Abgaben. Das macht den Sachbezug zu einer der effizientesten Formen der Vergütung überhaupt. Wichtig ist lediglich, dass der Vorteil korrekt als Sachbezug ausgestaltet ist und nicht als verkappte Barzahlung, damit die Steuerfreiheit auch tatsächlich greift.

Warum Tanken der ideale Anknüpfungspunkt ist

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) veröffentlicht regelmäßig Analysen zum Pendelverhalten in Deutschland und zeigt, dass viele Beschäftigte täglich weite Strecken zwischen Wohnort und Arbeitsplatz zurücklegen. Dadurch gehören Mobilitätskosten für zahlreiche Arbeitnehmer zu den festen monatlichen Ausgaben. Ein Tankzuschuss setzt genau an dieser Stelle an und schafft eine spürbare finanzielle Entlastung.

Ein Baustein für stärkere Mitarbeiterbindung

Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels entscheidet oft nicht das höchste Gehalt, sondern das stimmigste Gesamtpaket. Ein steuerfreier Tankzuschuss ist ein vergleichsweise günstiges, aber wirkungsvolles Signal der Wertschätzung. Er erhöht das verfügbare Einkommen, stärkt die Bindung an das Unternehmen und verbessert nebenbei das Bild des Arbeitgebers am Markt.

Wer seine Vergütung modern denkt, kombiniert das klassische Gehalt mit solchen intelligenten Bausteinen. Denkbar ist das keineswegs nur für große Fuhrparkbetriebe, sondern für nahezu jedes Unternehmen mit pendelnden Beschäftigten, vom Büro über den Einzelhandel bis zum Pflegedienst. Das Ergebnis ist ein Angebot, das für die Beschäftigten spürbar mehr wert ist, als es das Unternehmen kostet. In einem angespannten Arbeitsmarkt, in dem gute Leute die Wahl haben, kann genau das den entscheidenden Unterschied machen.